Du weißt, dass du eine Website brauchst. Aber was gehört drauf?
Das ist die Frage, die viele Autoren lähmt. Eine leere Website ist kein guter Start. Zu viele Seiten verwirren Besucher. Zu wenige wirken unprofessionell. Was ist eigentlich das richtige Maß?
Die Antwort ist einfacher als gedacht. Eine Autorenwebsite braucht keine zwanzig Unterseiten. Sie braucht sieben. Nicht mehr, nicht weniger. Jede dieser Seiten hat eine klare Aufgabe. Zusammen ergeben sie eine Website, die Leser willkommen heißt, Presse informiert und dein Werk professionell präsentiert.
Hier sind die sieben Seiten, die jede Autorenwebsite haben sollte. Mit konkreten Hinweisen, was draufgehört und was du weglassen kannst.
Seite 1: Startseite
Der erste Eindruck zählt genau einmal
Deine Startseite hat eine einzige Aufgabe: Besucher in Leser verwandeln. Und dafür hast du wenige Sekunden.
Was auf die Startseite gehört:
Dein aktuelles Buch, groß und prominent. Das Cover soll sofort ins Auge springen. Kein kleines Thumbnail in der Ecke, sondern das Herzstück der Seite. Darunter der Klappentext, kurz und überzeugend. Und ein einziger klarer Call-to-Action: "Jetzt kaufen", "Leseprobe lesen" oder "Mehr erfahren." Nur einer. Nicht drei.
Wer du bist, in einem Satz. Nicht dein Lebenslauf, nicht deine Preise, nicht deine komplette Biografie. Ein Satz, der sagt, wer du bist und was du schreibst. "Ich schreibe Krimis, die in Hamburg spielen und immer mit einer überraschenden Wendung enden." Das reicht für den Einstieg.
Ein Hinweis auf deinen Newsletter. Der muss nicht dominant sein, aber er sollte sichtbar sein. Mehr dazu weiter unten.
Was du weglässt: Alles, was ablenkt. Keine drei verschiedenen CTAs, kein Slider mit fünf Büchern, kein automatisch abspielendes Video. Klarheit schlägt Vollständigkeit.
Seite 2: Über mich
Persönlich, nicht steif
Die Über-mich-Seite ist oft die meistbesuchte Seite nach der Startseite. Leser kaufen nicht nur Bücher, sie kaufen Autoren. Sie wollen wissen, wer hinter den Geschichten steckt.
Was auf die Über-mich-Seite gehört:
Ein echtes Foto. Kein Stockfoto, kein Avatarbildchen, kein Foto von 2009. Ein aktuelles, freundliches Porträtfoto, das zu dir passt. Du musst kein professionelles Shooting machen. Ein gutes Handyfoto bei natürlichem Licht ist besser als ein steifes Studiobild, das nicht zu deiner Persönlichkeit passt.
Deine Geschichte. Warum schreibst du? Was bringt dich dazu, stundenlang an einem Schreibtisch zu sitzen und Welten zu erfinden? Das ist die Frage, die Leser interessiert. Nicht welche Ausbildung du hast, sondern was dich antreibt.
Ein kurzer Pressetext. Journalisten und Veranstalter brauchen einen kompakten Kurztext über dich, den sie direkt übernehmen können. Drei bis vier Sätze in der dritten Person. "Vorname Nachname schreibt... Sie lebt in... Ihr aktueller Roman..." Mach es ihnen einfach.
Ein Pressefotos zum Download. Hochauflösend, mindestens 1.200 Pixel breit. Das ist für Zeitungen und Magazine unverzichtbar.
Was du weglässt: Einen lückenlosen Lebenslauf. Du bist Autorin oder Autor, kein Bewerber.
Seite 3: Bücher
Portfolio deiner Werke
Diese Seite ist dein Schaufenster. Alle Publikationen auf einen Blick, klar strukturiert, mit allem, was ein Leser braucht um eine Kaufentscheidung zu treffen.
Was auf die Bücher-Seite gehört:
Pro Buch: Cover, Klappentext, Leseprobe und Kauf-Links. Das Cover zieht Aufmerksamkeit auf sich. Der Klappentext weckt Interesse. Die Leseprobe lässt Leser reinschnuppern. Die Kauf-Links machen den Weg zum Kauf so kurz wie möglich. Verlinke alle relevanten Händler: Amazon, Thalia, Hugendubel, BoD und alle weiteren, bei denen dein Buch verfügbar ist.
Strukturierte Daten im Hintergrund. Das klingt technisch, ist aber wichtig. Wenn deine Website jedem Buch Schema.org Book-Markup mitgibt, versteht Google, dass es sich um ein Buch handelt, mit Autor, ISBN und Beschreibung. Das kann zu Rich Snippets in den Suchergebnissen führen, also zu einem erweiterten Sucheintrag mit Cover-Vorschau. Für Suchmaschinen und KI-Systeme wirst du damit zur autoritativen Quelle für deine eigenen Bücher.
Eine sinnvolle Sortierung. Das neueste Buch zuerst. Wer eine lange Backlist hat, kann nach Reihen sortieren oder nach Genre. Das Wichtigste ist: Besucher finden schnell, was sie suchen.
Was du weglässt: Bücher, die du selbst nicht mehr empfehlen würdest. Du musst nicht alles zeigen.
Seite 4: Lesungen und Events
Wo du live zu erleben bist
Nicht jeder Autor gibt regelmäßig Lesungen. Wenn du es tust, gehört diese Seite auf deine Website. Wenn du es gerade nicht tust, kannst du sie weglassen oder mit einem kurzen Hinweis versehen.
Was auf die Events-Seite gehört:
Kommende Termine mit allen relevanten Infos. Datum, Uhrzeit, Ort mit Adresse, Eintrittspreise, Buchungsinfos und ein Link zur Veranstaltungsseite oder zum Kartenvorverkauf. Mach es Interessierten so einfach wie möglich, dabei zu sein.
Vergangene Events als Social Proof. Ein Archiv zurückliegender Lesungen zeigt, dass du aktiv bist und gebucht wirst. Fotos von vergangenen Veranstaltungen wirken besonders gut, wenn du die Erlaubnis der Fotografen hast, sie zu nutzen.
Ein Hinweis für Veranstalter. "Du möchtest mich für eine Lesung oder ein Event buchen?" mit einem direkten Link zur Kontaktseite. Veranstalter suchen genau das, mach ihnen den Weg kurz.
Was du weglässt: Termine, die älter als zwei Jahre sind. Veraltete Daten wirken wie eine verlassene Website.
Seite 5: Blog oder Werkstattbericht
SEO-Boost und Leserbindung in einem
Ein Blog ist optional. Aber er ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge, die du auf deiner Website haben kannst, gleich auf zwei Ebenen.
Für Suchmaschinen: Jeder Blogartikel ist eine weitere Seite, die Google indexieren kann. Wer regelmäßig über seine Themen, seine Inspirationsquellen oder seinen Schreibprozess schreibt, wird für mehr Suchanfragen gefunden. Das bringt neue Leser auf deine Website, die noch nie von dir gehört haben.
Für bestehende Leser: Ein Blog gibt Lesern einen Grund, wiederzukommen. Einblicke hinter die Kulissen, Recherche-Geschichten, Gedanken zur Entstehung eines Buches. Das macht aus Käufern Fans.
Was du schreibst, entscheidest du. Es müssen keine langen Ratgeber sein. Kurze, persönliche Einblicke reichen. "Wie ich auf die Idee für meinen letzten Roman gekommen bin." "Warum meine Protagonistin plötzlich eine andere Richtung eingeschlagen hat." "Was auf meinem Schreibtisch liegt, wenn ich an einem neuen Buch arbeite." Echte Einblicke interessieren Leser mehr als generische Tipps.
Was du weglässt: Den Anspruch, jeden Monat einen langen Artikel zu veröffentlichen. Lieber unregelmäßig und authentisch als regelmäßig und uninspiriert.
Seite 6: Newsletter
Die direkte Verbindung zu deinen Lesern
Kein Social-Media-Kanal ist so wertvoll wie deine E-Mail-Liste. Das klingt altmodisch. Es ist das Gegenteil.
Instagram kann deinen Account sperren. Facebook kann die Reichweite drosseln. TikTok kann verboten werden. Deine E-Mail-Liste gehört dir. Kein Algorithmus steht zwischen dir und deinen Lesern.
1.000 echte Newsletter-Abonnenten sind wertvoller als 10.000 Instagram-Follower. Wenn dein nächstes Buch erscheint, erhalten alle Abonnenten eine direkte Nachricht. Die Conversion-Rate von E-Mails ist deutlich höher als die von Social-Media-Posts.
Was auf die Newsletter-Seite gehört:
Ein Anmeldeformular, so einfach wie möglich. Name und E-Mail-Adresse. Mehr nicht. Jedes zusätzliche Pflichtfeld reduziert die Anmelderate.
Ein klarer Grund zum Anmelden. Was bekommen Abonnenten, das andere nicht bekommen? Exklusive Leseproben? Einblicke hinter die Kulissen? Benachrichtigungen, bevor neue Bücher erscheinen? Sag es konkret.
Einen Hinweis auf die Datenschutzerklärung und das Double-Opt-in-Verfahren. Das ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und schützt dich und deine Leser.
Die Newsletter-Anmeldung gehört nicht nur auf eine eigene Seite. Sie gehört auf die Startseite, ans Ende jedes Blogbeitrags und auf die Bücher-Seite. Überall dort, wo ein Leser gerade begeistert ist.
Seite 7: Kontakt
Für Presse, Veranstalter und Leser
Die Kontaktseite ist die letzte der sieben Pflichtseiten. Und sie wird unterschätzt.
Journalisten, die einen Artikel über dich schreiben wollen, suchen hier. Veranstalter, die eine Lesung planen, suchen hier. Leser, die dir schreiben wollen, suchen hier. Wer nicht gefunden wird, wird nicht kontaktiert.
Was auf die Kontaktseite gehört:
Ein Kontaktformular. Keine rohe E-Mail-Adresse, die Spam-Bots einsammeln. Ein einfaches Formular mit Name, E-Mail-Adresse und Nachricht reicht vollständig aus.
Klare Hinweise, wofür du erreichbar bist. "Für Lesungsanfragen", "Für Pressefotos und Interviews", "Für Leserfeedback." Das hilft Besuchern einzuschätzen, ob sie sich melden sollen, und setzt Erwartungen für deine Antwortzeit.
Das Impressum. Das Impressum muss von jeder Seite deiner Website erreichbar sein. Die Kontaktseite ist ein logischer Ort, es zu verlinken oder direkt dort zu platzieren. Vergiss das nicht. Fehlende Impressen sind ein häufiger Abmahnungsgrund.
Was du weglässt: Deine private Handynummer. Und eine Antwortzeit-Garantie, die du nicht einhalten kannst.
Bonus: Was du nicht brauchst
Manchmal ist weniger mehr. Hier sind drei Dinge, die auf Autorenwebsites immer wieder auftauchen und dort nichts zu suchen haben.
Ein Gästebuch. Gästebücher waren im Jahr 2003 eine gute Idee. Heute sind sie Spam-Magneten und wirken wie eine verlassene Website aus einer anderen Ära. Wenn Leser mit dir in Kontakt treten wollen, nutzen sie das Kontaktformular oder Social Media.
Ein Besucherzähler. "Du bist Besucher Nummer 1.847" ist keine Information, die irgendjemanden interessiert. Es macht dich kleiner, nicht größer. Lass ihn weg.
Automatisch abspielende Musik. Nichts schreckt Besucher schneller ab als eine Website, die beim Laden anfängt zu spielen. Kein Besucher hat darum gebeten. Viele surfen mit anderen Tabs offen, bei der Arbeit oder in der Bahn. Lass die Musik weg.
Fazit: Sieben Seiten, eine klare Botschaft
Eine Autorenwebsite muss nicht groß sein. Sie muss klar sein. Sieben Seiten, jede mit einer definierten Aufgabe, ergeben eine Website, die professionell wirkt, Leser bindet und Presse informiert.
Startseite, Über mich, Bücher, Events, Blog, Newsletter, Kontakt. Das ist alles, was du brauchst. Nicht mehr, nicht weniger.
Wenn du tiefer einsteigen willst, welches System für deine Autorenwebsite das richtige ist, was es kostet und worauf du rechtlich achten musst: Den vollständigen Guide findest du hier.
Autorenwebsite erstellen: Der vollständige Guide für Buchautoren und Selfpublisher
Wenn du wissen willst, wie eine Autorenwebsite auf Lotse CMS konkret aussehen kann: